Kleine Farbenlehre

Blau steht u.a. für Kühle, Besonnenheit, Ruhe, Kontrolle. Es wird auch mit Weite, dem Himmel, mit Reinheit, kühlem Quellwasser, mit Nacht, Weisheit und Kontemplation assoziiert.

Wegen seiner einerseits erfrischenden und andererseits beruhigenden Eigenschaften ist Blau besonders beliebt in Büroräumen, Küchen und Bädern sowie in Schlafzimmern.

Rot ist die Farbe der Liebe, der Leidenschaft. Sie steht in Verbindung mit Leben, Blut, Feuer, Dynamik, Stärke. Sie kann aber auch Aggressionen fördern. Sie wirkt wärmend, vitalisierend, lebensbejahend, den Stoffwechsel anregend.

Grün wird allgemein mit Leben, Wachstum, der Natur in Verbindung gebracht. Grün wirkt entspannend, harmonisierend. Vor allem in hellen Farbtönen wirkt es beruhigend. Ein etwas blaueres Grün kann jedoch auch eine kühle, distanzierte Atmosphäre vermitteln. An Orten intensiver Aktivität, z.B. in Arbeitszimmern oder Büros, sind besonders die harmonisierenden, anregenden Eigenschaften geschätzt.

Lila/Violett ist eine geheimnisvolle Farbe, die mit Spiritualität in Verbindung gebracht wird. Ihr werden zudem Eigenschaften zugeschrieben wie z.B. phantasieanregend, das Selbstvertrauen fördernd, aphrodisierend - aber eben auch negative Aspekte wie Unlust steigernd oder nervöse Spannungen unterstützend. In zarten Tönen kann sie jedoch Räume freundlicher machen.

Schwarz assoziieren wir mit der Nacht, dem Tod und mit Trauer. Tief schwarz ist die Nacht, geheimnisvoll und undurchschaubar. Zugleich ist es die Farbe von Eleganz und Feierlichkeit. Dezent neben anderen Farben verwendet kann sie deren Leuchtkraft unterstreichen.

Weiß ist in unserem Kulturkreis die Farbe für Reinheit, Unschuld, Unberührtheit und Erleuchtung. Weiß wirkt sachlich und klar. Es macht kleine Räume weiter. Pur reinweiße Räume wirken mithin steril und kühl oder einfach neutral und zurückhaltend. Mit abgetöntem Weiß oder mit farblichen Akzenten kombiniert verleiht Weiß Räumen mehr Lebendigkeit und Wohlbehagen.

Orange vermittelt Lebensfreude, ist stoffwechselfördernd und appetitanregend. Durch die Assoziation von Licht und Wärme Orange wirkt Orange stimmungsaufhellend und hilft gegen Depressionen. Orange ist aber auch eine Farbe, die mit Warnsymbolen (z.B. mit ätzend) in Verbindung steht. Sie ist eine laute Farbe und sollte darum sparsam verwendet werden. Sie eignet sich gut für Räume der Aktivität.

 

Bereits frühe Funde aus der Altsteinzeit belegen das Bedürfnis der Menschheit Wände und Räume kunstvoll zu gestalten. War dabei die Farbpalette anfänglich auf die Erd- und Kohletöne beschränkt, so haben wir heute einen Reichtum an Farben, der von edlem Königsgelb über kostbares Purpur bis hin zu strahlendem Lapislazuli reicht.
Für jeden Geschmack gibt es das passende Dekor, die passende Tapete, die gewünschte Farbe. - Nun aber, wie aus der Vielfalt des Angebots das richtige/passende herausfinden?

 

Zunächst: unsere Farbwahrnehmung ist subjektiv. Das heißt, wie wir auf Farben reagieren ist unterschiedlich und emotional bestimmt. Einmal werden mehr warme Farben bevorzugt, ein andermal kühlere Farben, einmal soll etwas groß und mächtig erscheinen, ein andermal etwas zurückhaltend und bescheiden.- Die gute Nachricht hierzu - ein wenig Wissen über Farbwirkung- und Theorie kann helfen die Wahl zu objektivieren.

Im Grunde ist es möglich durch Mischung der drei Grund- bzw. Primärfarben (Rot, Gelb und Blau) alle anderen Farben herzustellen. So ergibt die Mischung der Grundfarben Rot und Gelb die Sekundärfarbe Orange. Rot und Blau gemischt ergibt die Sekundärfarbe Lila. Blau und Gelb gemischt ergibt die Sekundärfarbe Grün.

Aber was passiert, wenn alle Grundfarben miteinander gemischt werden? Das Ergebnis ist eine sogenannte Tertiärfarbe. Sie kann mehr nach Rot, mehr nach Gelb oder Blau tendieren, je nach dem, wie das Mischungsverhältnis ist. Aber ob diese Farbe gefällt, ist geschmacksache, denn das Resultat geht ins braungrau, schlammige.

Besonders kontrastreich wirken Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen. Das sind z.B. Rot und Grün, Gelb und Lila, Blau und Orange. Doch aufgepasst! Starke Kontraste, wie der eben beschriebene Komplementärkontrast oder auch Schwarz-Weiß-Kontraste, werden oft als hart, unangenehm bewertet. Als harmonisch werden hingegen Farben gleicher Wertigkeit empfunden.

Zudem werden Farben in die Kategorien der warmen und kalten Farben unterteilt.

Alle Farben von Gelb über Orange bis hin zu Rot sind den warmen Farben zugeordnet. Räume mit diesen Farben erscheinen wärmer, heimeliger und das schlägt sich unmittelbar in geringeren Heizkosten nieder.

Ganz anders wirken Blautöne und Lilamischungen, sofern deren Blauanteil überwiegt.

Ein kühles Blau kann helfen, kleinere Räume oder Flächen größer, weiter erscheinen zu lassen. Kühle Farben vermitteln Distanz. Sie schaffen aber auch Ruhe und können beruhigen.